
Die Europäische Zentralbank (EZB) will ab Januar 2026 ein vereinfachtes Verfahren („Fast Track“) zur Prüfung von Verbriefungen mit signifikantem Risikotransfer („SRT“) einführen. Das Fast Track Verfahren kommt jedoch nur bei standardisierten Verbriefungen zum Einsatz. Diese müssen dabei bestimmte Kriterien erfüllen, etwa darf der verbriefte Pool ausschließlich performende Kredite beinhalten und maximal zu 20 % aus Leveraged Loans bestehen. Zudem darf die Verbriefung nur eine begrenzte Auswirkung auf die Kapitalquoten der Bank haben sowie standardisierte Early Termination Klauseln beinhalten. Die EZB limitiert die Genehmigungszeit im Fast Track Verfahren auf zwei Wochen. Dies soll zu klareren Fristen und effizienteren Prozessen führen.
EZB möchte risikoorientierter prüfen
Die EZB möchte die gewonnen Kapazitäten nutzen, um risikoorientierter zu prüfen. So möchte sie sich komplexere Verbriefungen künftig detaillierter anschauen sowie weiterhin u. a. interne Steuerungs- und Risikomanagement-Prozesse der originierenden Banken beurteilen. Für das neue Fast Track Verfahren hat die EZB zudem ein neues Template mit detaillierten Datenanforderungen entwickelt, welche das aufsichtliche Monitoring des Marktes unterstützen sollen. Dieses Template ist künftig von den Banken im Rahmen des Fast Track Verfahrens zu befüllen.
SRT-Markt wächst
Die EZB passt ihr Vorgehen somit an die Marktdynamik an. Der SRT-Markt ist zwischen 2020 und 2024 um 241 % gestiegen, gemessen am Emissionsvolumen. Das Wachstum ist dabei insbesondere auf synthetische Transaktionen zurückzuführen, die von 63 Mrd. EUR Neugeschäft in 2020 auf 181 Mrd. EUR in 2024 gewachsen ist. SRT-Verbriefungen im traditionellen Verbriefungssegment umfassten in 2024 immerhin 29 Mrd. EUR.