
Die ESMA treibt ihre Initiative zur Vereinfachung des Meldewesens in der EU voran. Mit einer Pressemitteilung vom 4. Mai stellt sie ein neues, harmonisiertes Fonds-Reportingframework und sowie Ansätze für ein Vereinfachung des Transaktionsreportings vor. Ziel ist es, den Meldeaufwand zu senken, Doppelreporting zu vermeiden und gleichzeitig die Datenqualität für die Aufsicht zu verbessern.
Die Hauptaussagen der Pressemitteilung
- „Report Once“ wird zum Leitprinzip: Marktteilnehmer sollen dieselben Informationen künftig möglichst nur einmal melden, Behörden sollen Daten dabei effizienter untereinander austauschen.
- Neues EU-weites Fonds-Reporting: Statt vieler nationaler Meldeformate soll es künftig ein gemeinsames europäisches Reporting-Template geben. Die Datensammlung soll bei den nationalen Behörden verbleiben, die Datenvalidierung und Analyse sollen jedoch stärker auf EU-Ebene gebündelt werden. Die ESMA fasst diese Ziele in einem finalen Bericht zusammen.
- Überarbeitung des Transaktionsreporting: Dieses Vorhaben der ESMA ist noch im Fluss. In einem Zwischenbericht diskutiert sie allerdings die Probleme des aktuellen Reprorings hinsichtlich u. a. Doppelmeldungen, unterschiedlicher Anforderungen und hoher IT-Kosten. Als mögliche Lösungen werden insbesondere das „Report Once“-Modell sowie eine stärkere Harmonisierung zwischen EMIR, MiFIR und SFTR verfolgt.
Auswirkungen für Banken, Asset Manager und Wertpapierfirmen
Die oben genannten Maßnahmen könnten sich positiv für die Branche auswirken, da Reporting-Kosten langfristig deutlich sinken und Meldeprozesse stärker standardisiert und effizienter werden dürften. Die ESMA wird jedoch zunächst weitere technische Standards und finale Empfehlungen ausarbeiten, die Umsetzung dürfte sich somit noch eine Weile hinziehen. Das Reporting unter der Verbriefungsverordnung ist nicht direkt betroffen. Aufgrund der letzten Diskussion ist zudem fraglich, ob die ESMA hauptverantwortlich für das Vebriefungsreporting bleibt.
Fazit
Das „Report Once“ Leitprinzip der ESMA ist ein richtiger Schritt im Hinblick auf Bürokratieabbau und ein europaweit einheitliches Reporting. Entlastungen werden jedoch noch eine Weile auf sich warten lassen müssen. Direkte Auswirkungen auf den Verbriefungssektor sind noch nicht erkennbar.