
Die Verhandlungen im Europäischen Parlament ziehen sich nach unseren Informationen insbesondere bei den CRR-Themen hin, es wird aktuell um politische Kompromisse gerungen. Damit vor diesen Hintergrund die zentralen inhaltlichen Positionen der Industrie nicht aus dem Fokus geraten, hat sich die TSI zusammen mit dem BdB gemeinsamen Verbandspositionen unter Federführung von AFME angeschlossen.
Aufgrund des knappen Zeitplans – die Position des Europäischen Parlaments soll bis Anfang Mai stehen – konzentrieren sich die Verbandspositionen auf die wichtigsten Kernpunkte und zentrale Herausforderungen der aktuellen Vorschläge. Die Joint Letters behandeln CRR und SECR jeweils separat und wurden u. a. Mitgliedern des Europäischen Parlaments zugesendet.
Zentrale Punkte der Papiere
Die zentralen Inhalte der Briefe fassen wir im Folgenden zusammen:
CRR
- Keine Anwendung des Resilienzkonzepts bei traditionellen Verbriefungen
- Keine Bevorzugung einzelner Assetklassen oder Transaktionsarten (ABCP/non-ABCP)
- Unterscheidung zwischen Originator/Sponsor- und Investorpositionen aufheben
SECR
- Keine Einführung eines zusätzlichen Sanktionsregimes
Einwertung
Aus Sicht der teilnehmenden Organisationen stellen die obigen Punkte die größten Hemmnisse auf dem Weg zur Förderung des Verbriefungsmarktes in Europa dar. Soll eine effektive regulatorische Erleichterung erreicht werden, welche zu Marktwachstum führt und neue Investoren anzieht, sind vor allem diese Themen dringend zu adressieren.
Ausblick
Es wird spannend – der ECON-Ausschuss des Europäischen Parlaments möchte sich in der 1. Maiwoche auf eine mehrheitsfähige Position geeinigt haben. Danach wäre der Weg frei für den Trilog. Nach unseren aktuellen Kenntnissen könnte es dort schnell gehen: Die letzten Kompromisstexte sollen sich merklich der Ratsposition angenähert haben (siehe TSIkompakt vom 19. Dezember 2025). Hier besteht daher Nachsteuerungsbedarf.
Gemeinsamer Brief Verbriefungsverordnung