
In der EU schaut die Verbriefungsbranche seit nun knapp einem Jahr gespannt nach Brüssel. Doch auch das Vereinigte Königreich treibt die nach dem Brexit erforderliche eigene Verbriefungsregulierung voran. Aus Praktiker-Sicht mit einigen Ansätzen, die dem UK-Markt langfristig einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der EU verschaffen könnte (siehe dazu auch TSIkompakt vom 17. Februar 2026). Dazu gehört
- ein prinzipienorientierter Ansatz der Aufsichtsbehörden PRA und FMA sowie
- die bestätigte dauerhafte Anerkennung des EU STS-Labels im UK.
Die Bank of England hat nun einen Artikel veröffentlicht, der den prinzipienorientierten, holistischen Ansatz von PRA und FMA unterstützt.
Die Hauptaussagen der Bank of England
- Es ist bei der Regulierung ein Weg zu finden, der dem Markt Freiraum lässt, die Risiken der Finanzkrise aber vermeidet.
- Verbriefungen helfen, Banken zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten zu verschaffen, Risiken aus den Bankbilanzen in den Kapitalmarkt zu verlagern, die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte zu unterstützen sowie Investoren zusätzliche Anlagemöglichkeiten zu bieten.
- Im Hinblick auf die geplanten regulatorischen Anpassungen bekräftigt die Bank of England, dass
- Kapitalanforderungen stärker am tatsächlichen Risiko ausgerichtet und somit die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden sollen, ohne die Stabilität zu gefährden;
- die Dokumentations-, Transparenz- und Due-Diligence-Anforderungen vereinfacht und prinzipienorientierter ausgerichtet werden sollen;
- grenzüberschreitende Investitionen erleichtert und unnötige Hürden für Investitionen in nicht-britische Verbriefungen abgebaut werden sollen.
Fazit
UK geht einen Weg der Deregulierung und Marktöffnung. In der EU war diese Linie bisher nicht klar erkennbar. Die Vorlage aus dem UK könnte nun den Druck auf Brüssel erhöhen, mutige Reformen durchzusetzen.