
Die Europäische Kommission hatte im Frühjahr den Entwurf für eine „EU Inc.“ vorgelegt – eine einheitliche Unternehmensform für die gesamte EU – siehe TSIkompakt vom 18. März 2026. Der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments hat das Vorhaben nun in einem offenen Brief unterstützt. Der ECON sieht in der Initiative einen wichtigen Schritt zur Stärkung des europäischen Binnenmarkts für innovative Unternehmen. Er merkt jedoch an, dass weitere Schritte, insbesondere mit Blick auf Scale-ups erforderlich sind, da gerade diese Unternehmen häufig die EU verließen.
Inhalte des ECON-Briefes
Konkret schlägt der ECON u. a. die folgenden Maßnahmen vor:
- Besseren Zugang zu öffentlichen Kapitalmärkten ermöglichen, damit EU-Inc.-Unternehmen Wachstumsfinanzierungen auch über Börsengänge aufnehmen können.
- Mitarbeiterbeteiligungen und Stock-Option-Programme stärken, um Talente besser zu gewinnen und langfristig an europäische Wachstumsunternehmen zu binden.
- Ein optionales steuerliches Modul prüfen, das die Attraktivität der EU Inc. für Gründer, Beschäftigte und Investoren erhöht.
- Grenzüberschreitende Expansion vereinfachen, indem Unternehmen auf einen einheitlichen europäischen Rechtsrahmen zurückgreifen können und nicht mit 27 unterschiedlichen nationalen Regelwerken arbeiten müssen.
- Wachstumsfinanzierung innerhalb Europas fördern, um mehr Kapital, Innovation und Wertschöpfung im europäischen Binnenmarkt zu halten
Ausblick
Die Botschaft des ECON-Briefs ist eindeutig: Europa hat kein Gründungs-, sondern vor allem ein Scale-up-Problem. Mit der EU Inc. sollten innovative Unternehmen somit nicht nur einfacher gegründet, sondern vor allem leichter wachsen, Kapital aufnehmen und Talente gewinnen können, ohne den europäischen Markt verlassen zu müssen. Unter dem Strich gewinnt die Initiative der Europäischen Kommission damit weiter an Unterstützung.